Kultur und Geschichte

Historisches zu Tettscheid

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Tettscheid wurde bereits 1148 als Texscithe urkundlich niedergeschrieben und 1161 als Texscith erwähnt. Dieses "Tex" sieht Andreas Jung als Wort für "Taxus". So heißt im lateinischen die Eibe ( früher in unserer Gegend häufig vertreten). Deshalb hat das Wort Tettscheid die selbe Bedeutung wie das Wort Eibenwald. Die Geschichte der 3 Eifeldörfer, nachlesbar unter 700 Jahre Üdersdorf, Trittscheid und Tettscheid.
Im Trierer Feuerbuch von 1563 wurden in Üdersdorf zwölf „Feuerstellen“ bzw. Haushalte mit etwa 70 Einwohnern gezählt, in Trittscheid und Tettscheid jeweils 7 Haushalte.
Erwähnenswert sei noch, dass sich am 01.01.1971 die drei bis dahin selbständigen Dörfer zusammenschlossen. Tettscheid verblieb allerdings in der Pfarrei Brockscheid.

Wappen von Üdersdorf, Trittscheid und Tettscheid

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Bedeutung des Wappens:

  • unten goldenes Schildhaupt, Element im Wappen des Ritters Johann de Palatio
  • Wellenbalken symbolisiert die Lieser
  • Säge symbolisiert frühe handwerkliche Anfänge
  • 3 Ähren / Sichel symbolisiert jahrhunderte lange Landwirtschaft ( Haupternährungsquelle)
  • Grundfarbe grün : waldreiche und landschaftlich schöne Umgebung

Freiwillige Feuerwehr Tettscheid

Freiwillige Feuerwehr Tettscheid beim abpumpen

Die Freiwillige Feuerwehr Tettscheid besteht derzeit aus 11 Mitgliedern. Zu Ihren Aufgaben gehören wie bei jeder anderen Feuerwehr auch: Brandschutz, vorbeugender Brandschutz und Hilfeleistungseinsätze. Kinder und Jugendliche können sich der Bambino- und Jugendfeuerwehr Üdersdorf anschließen.

Die Freiwillige Feuerwehr war besonders gefragt während der tropischen Regenfälle im Jahr 2015. Hier mussten mehrere Keller ausgepumpt werden die mit Wasser vollgelaufen waren. In solchen Situationen zeigt sich, wie wertvoll es ist, eine solche gemeinnützige Organisation im Dorf zu haben, die direkt professionelle Hilfe und Unterstützung leisten kann.

Kapelle des heiligen Jodokus

Kirche von Tettscheid

In Tettscheid wurde wohl 1743 die erste Kapelle zu Ehren des heiligen Jodokus errichtet, die in den kommenden Jahrhunderten mehrmals renoviert und erneuert wurde. Trotzdem musste sie 1900 wegen Baufälligkeit geschlossen und abgerissen werden. Die kleine Gemeinde Tettscheid legte Pläne für einen Neubau vor und bat das Generalvikariat Trier und den preußischen Staat um finanzielle Hilfen. Kaiser Wilhelm II. bewilligte 1901 tausend Mark zum Neubau, der 1904 ausgeführt und am 9. Februar 1905 eingesegnet wurde. Die Gemeinde war mächtig stolz auf ihr Vorhaben. Der damalige Ortsvorsteher Johann Pantenburg verfasste eine eigenhändige »Grundsteinlegungsurkunde«. Diese kam nun bei Umgestaltungsarbeiten des Altarraumes um 1970 wieder zum Vorschein. In Form, Schrift und Inhalt stellt die nunmehr über 90 Jahre alte Urkunde eine dörfliche Besonderheit dar.

Am ersten Maisonntag wird in Tettscheid die Kirmes, genauer gesagt das Fest des heiligen Quirinus, feierlich begangen. Neben diesem Hauptpatron gerät die zweite Patronin der Kapelle, die hl. Apollonia, häufig etwas in Vergessenheit. Vor 100 Jahren aber war es ihr Gedenktag, der 09. Februar 1905, der für die Tettscheider "ein wahrer Freudentag" wurde - so jedenfalls berichtet es der damalige Ortsvorsteher Pantenburg. Denn an diesem Tag wurde die neue Tettscheider Kirche eingeweiht.

Diese Kirche war keineswegs das erste Gotteshaus, das die Gemeinde Tettscheid aufzuweisen hatte. Eine erste Kapelle war schon 1743 zu Ehren des heiligen Jodokus erbaut worden. In den Jahren 1829 und 1861, als Tettscheid schon zur Pfarrei Brockscheid gehörte (bis 1804 war der Ort Filiale von Mehren), wurde jene erste Kapelle renoviert. Im Jahr 1900 musste sie jedoch endgültig wegen Baufälligkeit geschlossen werden. Erst drei Jahre später konnte der Bau einer neuen Kapelle in Angriff genommen werden. "1903 hat die Gemeinde eine neue Kirche in die Held gebaut", so erinnert sich der schon erwähnte damalige Vorsteher.

Der heilige Nikolaus

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Die Figur des heiligen Nikolaus ist eine Verschmelzung aus zwei historischen Personen. Dem Bischof Nikolaus von Myra aus dem kleinasiatischen Lykien welcher wahrscheinlich im 4. Jahrhundert gelebt hat und dem Bischof von Pinora aus dem 6. Jahrhundert. Aus diesen beiden historischen Personen entwickelte sich die sagenumwobene Figur des wundertätigen Bischofs von Myra. welcher ab dem 6. Jahrhundert in Legenden zu finden ist. Seit jeher ist St. Nikolaus einer der populärsten christlichen Heiligen.

Der heilige Nikolaus ist insbesondere der Schutzpatron der Seefahrer, reisenden Händler, Ministranten und Kinder. Nach Deutschland kam der Nikolauskult vorraussichtlich im 11. Jahrhundert. Ab dem 17. Jahrhundert bekam der Nikolaus Furcht einflößende Gehilfen als Begleiter zur Seite gestellt. In Deutschland nennt man diese oftmals Knecht Ruprecht oder Hans Muff. In vielen Gegenden beschenkt und lobt der heilige Nikolaus die guten Kinder, während er die bösen tadelt und mit einer Rute beschenkt. Welche Kinder im letzten Jahr gut und welche böse waren, liest er in seinem „goldenen Buch“ nach.

In Tettscheid wird dieser Brauch durch die Junggesellen gepflegt. Am Abend des 6. Dezembers verkleiden sich zwei der jungen Männer jeweils als Heiliger Nikolaus und Knecht Ruprecht. Als Gruppe gehen die Jungesellen dann von Haus zu Haus um Kinder und Erwachsenen eine Freude zu machen.

Das Christkind

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In der Eifel kommt nicht der Weihnachtsmann sondern das Christkind zu den Kindern am Weihnachtsabend.

Am 24. Dezember steigt das Christkind vom Himmel herab und bringt jedem Kind ein Geschenk. Dieser Brauch wird in Tettscheid von den Junggesellinen gepflegt. Am 24. Dezember gehen diese von Haus zu Haus und Besuchen Jung und Alt. Dabei ist eine der jungen Damen als Christkind verkleidet. Meistens in einem weißen Kleid mit einem weißen Schleier der das Gesicht bedeckt. Im Gegensatz zum Nikolaus tadelt das Christkind niemanden. Während die Gehilfinnen des Christkinds reden dürfen, muss dieses in der Regel schweigsam sein.

Krautwisch Segnung

Die Kräutersegnung an Maria Himmelfahrt im August ist einer der ältesten Bräuche im Kirchenjahr. Schon seit dem Mittelalter wurden Kräutersträuße gebunden und im Gottesdienst gesegnet. Diese Kräuter werden anschließend im Dorf an die die verschiedenen Haushalte verteilt.

Es gibt keine feste Regel, welche Pflanzen in den „Krautwisch“ müssen, aber viele unterschiedliche lokale Traditionen. Hier schwankt die Anzahl der Kräuter zwischen 7 und 99. Gemeinsam ist, dass der “Krautwisch“ aus mindestens 7, 9 oder 12 Heilkräutern und Nutzpflanzen bestehen soll. In dem Dudeldorfer Krautwisch wird neben den Kräutern auch Getreide, das für das „tägliche Brot“ und den „Erntedank“ steht, verwendet. Und als „Krönung“ wird noch eine Königskerze oder eine schöne Blume in den Strauß gesetzt. Beides – Kräuter und Blumen – sind eine Huldigung an die Gottesmutter Maria.

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Johanniskraut, Rainfarn, Schafgarbe, Spitzwegerich, Beifuß, Wegwarte, Frauenmantel, Taubnessel, Malve, Hirtentäschel, Bibernelle, Huflattich, Brennnessel, Zinnkraut, Ringelblume, Dost, Kamille, Labkraut, sind Wild- und Heilkräuter die zum binden genommen werden können. Aus dem Garten könnten weitere Würzkräuter dazu gegeben werden. Salbei, Rosmarin, Liebstöckel, Borretsch, Estragon, Bohnenkraut, Thymian, Wermut, Pfefferminze, Lavendel. Früher fehlte der Krautwisch in keinem Haushalt. Er schützte Menschen und Vieh vor Krankheit, Feuer und Unglück. Bei Krankheit von Mensch oder Tier wurden Teile als Tee oder Aufguss verwendet. Im Frühjahr wurden Wohnhaus und Ställe mit dem Krautwisch ausgeräuchert. Der Krautwisch war also nicht nur Haussegen, sondern auch ein langlebiger Hausschmuck. Er galt auch als Schutz gegen Unwetter. So verbrannte man bei Gewittern einige Zweige im Herdfeuer. Auch der „Krautwisch„ des Vorjahres wurde nicht einfach weggeworfen, sondern ins Feuer gelegt.

Die heiligen 3 Könige

Die Heiligen Drei Könige bilden den Abschluss des Übergangs zwischen dem alten und dem neuen Jahr mit seinen Rauhnächten. Dieser Tag wird auch als Dreikönigstag oder als Epiphanie bezeichnet, bei der die Erscheinung des Herrn zelebriert wird.

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Als die drei Weisen den Aufgang eines Sterns beobachten, der die Geburt des Königs der Juden ankündigt, machen sie sich auf den Weg nach Bethlehem. Zunächst gelangen sie nach Jerusalem, wo ihre Botschaft für Entsetzen bei König Herodes sorgt. Der Stern führt sie als Wanderstern nach Bethlehem zum Stall.

Folgende gaben überreichten die Könige:

  • Gold gilt als angemessenes Geschenk für einen König.
  • Myrrhe ist eine Heilpflanze, die auf die Heiler-Eigenschaft in „Heiland“ Bezug nimmt. Gleichzeitig verweist sie auf den zukünftigen Tod.
  • Weihrauch stammt aus dem Tempelbereich und ist für den zukünftigen Hohepriester gedacht.

Fast überall in Deutschland ist der Brauch des Sternsingens verbreitet. Meist sind es Kinder aus der örtlichen Kirchengemeinde, die als die Heiligen Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus ziehen. Sie bringen jedoch keine Geschenke, sondern singen oder beten und verkünden die frohe Botschaft und nehmen Gaben meist in Form von Geldspenden entgegen. Jedes Haus wird zu den Heiligen Drei Könige mit einer Kreideinschrift „C+M+B+16“ gesegnet. Die Buchstaben können dabei in zweifacher Weise interpretiert werden: Als Initialen der Namen der Könige, aber auch in einer neueren Interpretation aus dem 20. Jahrhundert als „Christus mansionem benedicat“ - zu deutsch „Christus segne dieses Haus“. Im Ursprung handelt es sich um einen Heischebrauch, der zum Teil nur bestimmten Berufsgruppen erlaubt war. Dieser geht bis ins 16. Jahrhundert zurück.

Friedenslicht aus Bethlehem

Jedes Jahr wird in der Vorweihnachtszeit in der Geburtskirche in Betlehem das Friedenslicht entzündet. Pfadfinder, Feuerwehrleute, Sanitäter und andere engagierte Leute bringen das Licht in ihre Heimatländer und -orte, wo es meist in Gottesdiensten an die Gemeinde weitergegeben wird.

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In Deutschland wird der Friedenslichtbrauch vor allem von den vier Pfadfinder- und Pfadfinderinnenverbänden getragen. Seit 1994 bringen sie das Friedenslicht nach Deutschland. Jedes Jahr organisieren die Pfadfinder und Pfadfinderinnen gemeinsame Fahrten zur Aussendungsfeier am Samstag vor dem dritten Advent in Wien. Um das Friedenslicht in Deutschland zu verteilen, gibt, es spezielle Züge, von denen aus die Lichtträger die Flamme an den Bahnhöfen auf der Strecke weitergeben. In vielen Großstädten werden am dritten Advent Friedenslichtgottesdienste gefeiert. Die einzelnen Pfadfindergruppen bringen das Licht auch in ihre Heimatorte und verteilen es dort in der Pfarrei, in Krankenhäusern und Altersheimen etc. an die Bewohner. Vielerorts beteiligen sich auch die Johanniter, das Rote Kreuz oder freie Jugendgruppen an der Aktion.

Jedes Jahr wird in Deutschland ein Motto für das Friedenslicht entwickelt. Dazu wird ein offizielles Plakat für die Aktion entworfen. Auf dessen Rückseite werden zudem konkrete Umsetzungsvorschläge für Gottesdienste und Andachten zusammengestellt. Auch einige Diözesen erarbeiten eigene Arbeitshilfen, die Leitern von Pfadfindergruppen helfen sollen, Kindern und Jugendlichen die Botschaft des Friedenslichts näher zu bringen.

Auch in Tettscheid wird das Friedenslicht an die Haushalte und die Kirche weitergegeben. In der Mitte des Dezembermonats findet diese Verteilung statt und das Licht soll bis Weihnachten nicht erlöschen.

St. Martin und Martinsfeuer

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Am Martinstag machen Kinder aus katholischen Pfarrgemeinden Laternenumzüge mit selbst gebastelten Laternen und singen. Sie halten so Andacht und erinnern an den Heiligen Martin, ein Vorbild für christliche Nächstenliebe. Kinder im Kindergartenalter ziehen mit Begleitung und unter Aufsicht von Erwachsenen bei Einbruch der Dunkelheit mit Laternen durch die Straßen und singen Lieder. Das Basteln der Laternen wird auch im Umfeld des Kindergartens organisiert.

In einer kalten Winternacht begegnete Martin einem in Lumpen gehüllten Bettler, der zu erfrieren drohte. Als er feststellte, dass er kein Geld bei sich trug, zerteilte Martin seinen Mantel mit seinem Schwert und schenkte die eine Hälfte dem Bettler.

Martinslied:

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin, ritt durch Schnee und Wind, sein Ross das trug ihn fort geschwind. Sankt Martin ritt mit leichtem Mut, sein Mantel deckt in warm und gut. Im Schnee saß, im Schnee saß, im Schnee da saß ein armer Mannhat Kleider nicht, hat Lumpen an. Oh, helft mir doch in meiner Not, sonst ist der bitt’re Frost mein Tod. Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin zog die Zügel an, sein Ross steht still beim armen Mann. Sankt Martin mit dem Schwerte teilt den warmen Mantel unverweilt. Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin gab den Halben still, der Bettler rasch ihm danken will. Sankt Martin aber ritt in Eil hinweg mit seinem Mantelteil.

In Tettscheid wird am 11.11 ein Martinsumzug veranstaltet. Hierzu werden an die Teilnehmer Fackeln verteilt welche dann entzündet werden. In der Regel wird dieser Umzug auch von einer Reiterin hoch zu Ross begleitet. Diese soll den heiligen Martin darstellen. Hierzu ist sie mit einem Helm und einem roten Mantel bekleidet. Der Umzug zieht dann gemeinsam zum alten Sportplatz wo ein großes Martinsfeuer entzündet wird.

Klappern an Ostern

Die Klapperjungen rufen die Gläubigen in katholischen Gemeinden am Karfreitag und Karsamstag zu Gottesdiensten und Andachten zusammen, denn die Kirchenglocken schweigen in dieser Zeit.

In den Kartagen vor Ostern schweigen die Kirchenglocken, nachdem sie beim Gloria der Gründonnerstagsmesse zum letzten Mal geläutet haben. Der Volksmund sagt auch, die Glocken seien nach Rom geflogen. Um die Gemeinde weiterhin über die Angeluszeiten zu informieren sowie zum Gottesdienst zu rufen, ziehen die Dorfkinder und -jugendlichen mit Klapperkästen oder Ratschen aus Holz durch die Straßen.

Die Traktofreunde

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Der Verein Traktorfreunde Tettscheid e. V. wurde offiziell 2007 von einigen Traktorbegeisterten Männern und Frauen ins Leben gerufen. Zu den Aufgaben des Vereins gehören die Erhaltung alter Traktoren und das fortführen alter Traditionen. Der Besuch der Feste von Nachbarschaftsorten stärkt zunehmend auch die Gemeinschaft der benachbarten Orte untereinander. Da der Verein aus 40 Mitgliedern im Alter von 8-80 Jahren besteht, stehen auch gemeinschaftliche Aktivitäten wie Ausflüge, Wanderungen im Mittelpunkt der Planung des Vereins.

Alle 2 Jahre findet ein grosses Traktortreffen in Tettscheid statt, das trotz schlechter Wetterlage in den vergangen Jahren immer gut besucht war. Auch bei der Gestaltung und Verbesserung des Dorfes ist der Traktorverein aktiv. So konnten im letzen Jahr durch gesponserte Bänke des RWE diese an verschiedenen Aussichtspunken und am Spielplatz aufgestellt werden.